Im Hybrid Talk: Renate Prinz.
Renate Prinz begleitet als Expertin für Finanzmarktregulierung und Gesellschaftsrecht Banken, Finanzdienstleister und FinTechs durch das komplexe Regulierungsumfeld in Deutschland und der EU. Als Partnerin bei der Kanzlei Annerton unterstützt sie Unternehmen dabei, regulatorische Herausforderungen zu meistern und zukunftssicher aufgestellt zu sein. Mit ihrer langjährigen Expertise an der Schnittstelle zwischen Aufsichtsbehörden und Finanzinstituten begleitet sie ihre Mandanten in Verfahren mit der Aufsicht, um in einem hochregulierten Markt tragfähige und skalierbare Geschäftsmodelle umzusetzen.
Haben Sie einen redaktionell-thematischen oder einen strategischen Tipp für den Hybridbanker?
„Alle Themen rund um Regulierung von IT-Anwendungen im Finanzsektor und zur operationelle Resilienz halte ich gerade für hoch relevant. Wir sehen, wie vulnerabel digitale Infrastrukturen sein können und wie abhängig wir in Europa von den großen internationalen Playern sind. Im Finanzsektor ist das längst die Prio 1 der Aufsichtsbehörden. Die Handlungsspielräume der Institute verändern sich aktuell massiv durch die DORA-Regulierung, Governance-Anforderungen bei KI-Anwendungen sowie die nachgeschärfte Aufsichtspraxis von BaFin und EZB bei Auslagerungen und Risikosteuerung. Der Hybridbanker hat die Chance, genau diese Brücke zu schlagen: Weg von der reinen Pflichtübung hin zu der Frage, wie Banken und FinTechs unter neuem Regulierungsdruck wettbewerbsfähig und skalierbar bleiben und unsere durchaus strenge Regulierung auch als Vorteil nutzen können.”
Beschreiben Sie sich selbst bitte in nur drei Worten.
„Durchsetzungsstark, zuverlässig, kölsch.”
Was ist Ihr Kerngeschäft?
„Alles rund um die Finanzmarktregulierung. Ich bin rechtliche Beraterin und Sparringspartnerin bei strategischen Fragen rund um Erlaubnispflichten, Verfahren mit Bafin und EZB, regulatorische Compliance und Bafin-Sonderprüfungen. Aber auch bei Auslagerungsthemen auf Dienstleister-Seite.”
Was wären ideale Joint Venture Partner für Ihr Geschäftsmodell?
„Wir sind eine Boutique im Finanzaufsichtsrecht. Strategische Partner sind oft internationale Kanzleien ohne eigenes EU/deutsches Aufsichtsrechtsteam. Aber auch M&A Boutiquen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder IT-Consultancies.”
Was haben Ihre Kunden davon, dass es Sie gibt?
„Rechtssicherheit, Erfahrung im Umgang mit den Aufsichtsbehörden, verlässliche Handlungsspielräume; Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bei regulatorischen Schnittstellen. Dabei kommt mir mein Hintergrund im Corporate und M&A Geschäft sehr zugute, wo ich ursprünglich gestartet bin. Gerade bei der Beratung von Transaktionen oder in Konzernstrukturen bringt diese Schnittstelle einen erheblichen Vorteil. Meine Mandanten gewinnen einen strategischen Partner, der regulatorische Komplexität entwirrt und in praxistaugliche Entscheidungs- und Handlungsvorgaben übersetzt. Das schützt Unternehmen vor Haftungs-, Reputations- und Sanktionsrisiken. Erlaubnisverfahren, Auslagerungen und M&A-Transaktionen können so ohne teure Verzögerungen ins Ziel laufen. Kurz: Ich halte den Mandanten regulatorisch den Rücken frei, damit sie sich voll auf ihr Wachstum konzentrieren können.”
Wie beginnt für Sie ein idealer Arbeitstag?
„Mit gutem Kaffee – best case von meinem Mann noch zuhause zubereitet – im Ruhebereich eines pünktlichen ICE- Sprinters von Köln nach Frankfurt in Fahrtrichtung sitzend. ”
Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
„Sehr abwechslungsreiche Mandate, ein dynamisches Arbeitsumfeld und die Sicherheit, dass die EU sich immer wieder etwas Neues für die Bankenregulierung ausdenkt. Wir fangen da an, wo es kompliziert wird, und können in die Tiefen komplexer Finanzmarktregulierung versinken. Klingt gestört, aber genau das finde ich spannend. ”
Gibt es eine historische Gestalt, die Sie bewundern?
„Natürlich zwei starke Frauen, die die Technologie und die Rechtswissenschaften maßgeblich geprägt haben. Ada Lovelace für ihre Pionierarbeit in der Programmierung. Und nicht zuletzt auch für ihre Fähigkeit in der Mathematik, die mir verwehrt blieb. Sie hat einen Grundstein geschaffen, auf dem wir alle heute aufbauen. Und das als Frau in einer Zeit, in der es für sie schwierig war, überhaupt eine Ausbildung zu genießen. Außerdem Dr. Elisabeth Selbert für ihre Pionierarbeit als Juristin, die Mitarbeit am Grundgesetz und ganz maßgeblich die Einflussnahme zur grundgesetzlich verankerten Gleichberechtigung von Mann und Frau. Beide Frauen hatten den Mut, fundamentale Rahmenbedingungen und eigene Visionen gegen stärkste Widerstände durchzusetzen.”
Das Leben ist …?
„… schön, wenn wir es schaffen im richtigen Moment innezuhalten und es zu genießen. ”
Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das und warum?
„Elefant, weil ich den Zusammenhalt in der Herde, ihre Intelligenz und Gelassenheit sehr mag.”
Was würden Sie als Ihren Haupt-Charakterzug bezeichnen?
„Analytische Klarheit und Gelassenheit.”
Welches ist Ihr Sternzeichen und was bedeutet das für Sie?
„Stier. Es bedeutet für mich, dass ich im Mai Geburtstag habe und an meinem Geburtstag Erdbeeren essen kann.”
Was bringt Sie in Rage?
„Schlechte Vorbereitung und Langsamkeit – man sagt ich sei sehr ungeduldig.”
Wie halten Sie sich fit?
„Laufen, Yoga, Krafttraining und tägliches Radfahren. Das klingt sportlicher als es ist. Zeitbedingt alles nur in Maßen.”
Welches Urlaubsland mögen Sie am liebsten?
„Frankreich.”
Empfehlen Sie bitte ein Buch und sagen Sie, warum dieses.
„’Deep Work‘ von Cal Newport. Das hat mir sehr geholfen für einen strukturierten und effizienten Arbeitsalltag mit tiefer, ununterbrochener Konzentration. Und ‚Becoming‘ von Michelle Obama.- Eine ehrliche und persönliche Perspektive in einem eindrucksvollen Werdegang mit Haltung und Selbstbehauptung unter enormem Druck.”
Hotel oder AirBNB?
„Hotel.”
Tee oder Kaffee?
„Kaffee. Ich greife aber je nach Qualität lieber auf Tee zurück.”
Bier oder Wein?
„Wein.”
Roman oder Sachbuch?
„Die Abwechslung macht es.”
Haben Sie ein Lebensmotto?
„Da halte ich es mit dem kölschen Grundgesetz: Et kütt wie et kütt un et hätt noch immer jot jejange.“
(1) Kontakt zu unserem Experten im Netz unter: Renate Prinz | Annerton
(2) Der Buchtipp aus diesem Hybrid Talk: Deep Work | Cal Newport
Durchführung des Gesprächs im Juli 2026.













