Wer in der Finanzwelt tätig ist und das Gefühl hat, in Sachen Digitalisierung abgehängt zu werden, der sollte dieses Buch – oder sollen wir es lieber Kompendium nennen? – lesen. Wir kennen Dr. Maurizio Singh schon viele Jahre und haben diese Rezension inhaltlich erarbeitet: Der ausgewiesene Bankpraktiker aus Franken, legt mit ‚Banking 2030‚ einen überzeugend strukturierten Überblick für Führungskräfte und Fachleute vor, die in kurzer Zeit viel verstehen möchten. Das Vorwort von Nancy Plaßmann – stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Berliner Sparkasse – gibt die Richtung vor. IT-Kompetenz sei keine Stabsfunktion mehr, sondern Kernverantwortung  jedes Vorstandsmitglieds. Die Aussage trifft wie das Buch den Zeitgeist. In medias res.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich beim Autor Dr. Maurizio Singh für die Zur-Verfügung-Stellung eines Vorab-Exemplars. Das Buch erscheint im Handel erst im Juni 2026.

 

Banking 2030 – worum geht es in aller Kürze?

Maurizio Singh nimmt den Leser mit auf einen ‚Überflug‘ über die Technologien und Trends, die das Banking bis 2030 prägen werden. Der Ausgangspunkt ist eine historische Einleitung, die vom babylonischen Kreditwesen über die Fugger-Bank in Augsburg bis zur Sparkassen-iPhone-App von 2009 reicht. Es liest sich auch für den technischen Laien flüssig und gibt dem Buch einen passenden Anker, bevor es in die Tiefe geht.

Übersicht: 14 Kapitel – ein breites Spektrum zum digitalen Banking

Kundenbeziehungen und Mitarbeitende, Kapitel 1–2: Der moderne Bankkunde komme nicht mehr in die Filiale, so Singh. Er beurteilt seine Bank nach der App-Qualität. Die These wird mit konkreten Zahlen belegt: Nur noch 64 Prozent der Kunden nehmen ihren Kredit bei der Hausbank auf, Tendenz fallend. Gleichzeitig beschreibt er, welche Kompetenzen der Berater der Zukunft braucht: weniger ‚Produktverkäufer‘, mehr ‚Finanzcoach‘ mit ESG-Wissen, Datenkompetenz und Multikanal-Stärke.

Open Banking und API-Ökonomie, Kapitel 3: Einer der stärksten Abschnitte des Buches. Singh erklärt PSD2, PSD3, PSR und FIDA so, dass auch Nicht-Juristen durchblicken. Besonders gelungen: Die Gegenüberstellung, wer bei Open Banking gewinnt (Spoiler: FinTechs, Kunden) und wer unter Druck gerät (Spoiler: Banken als Infrastruktur, die unsichtbar wird). Banking-as-a-Service als Chance und als Falle. Im Buch werden beide Seiten beleuchtet.

KI, Machine Learning & KI-Agenten, Kapitel 4–5: Singh erklärt die mannigfaltige Perspektive ‚KI‘, das Machine Learning und Deep Learning für Praktiker, und zwar ohne zu vereinfachen. Was Robo-Advisors können und wo der Mensch als ‚Human in the Loop‘ unverzichtbar bleibt, wird anschaulich dekliniert. Das Kapitel zu KI-Agenten und Autonomous Banking gehört zu den frischesten des Buches: Agentic Workflows, kooperative KI-Systeme, Use Cases in der Kreditvergabe und im Backoffice. Die Zukunft!

Für mich aktuell aus Sicht der Arbeitsprozesse einer jeden Bank und finanznahen IT-Dienstleistern die fundamentalste Veränderung in Banken und/oder FintTechs seit mehreren Jahrzehnten.

Wichtig wird sein den „Schreibtisch Theorien“ der technischen Sicht auf KI Agenten auch eine reale Perspektive zuzuordnen. Dies auch mit dem besonderen Blick möglicher regulatorischer Effekte bei Prüfung und Dokumentation von Arbeitsprozessen.

Cloud, Blockchain, Bitcoin, DeFi, CBDC Kapitel 6-10: Hier wird das Buch breiter. Erklärt werden Blockchain-Grundlagen, die den Unterschied zwischen Bitcoin und digitalem Zentralbankgeld (CBDC), Smart Contracts und Tokenisierung. Solide Einführungen, die für Praktiker ohne Vorkenntnisse funktionieren. Fachleute aus diesem Bereich werden eine gute Dokumentation und Beschreibungen finden die den Ist-Stand wiedergeben.

Quantencomputing & Cyber Security, Kapital 11 und 12: Ein kurzes, aber sehr wichtiges Kapitel. Die Botschaft: Quantencomputer sind auf absehbare Zeit noch nicht im Banken-Einsatz, aber die Kryptographie-Risiken sind real. Wer heute nicht plant, steht spätestens in fünf Jahren vor einem Problem. Cybersecurity ist schließlich eines der praxisnächsten Kapitel. Angriffstypen, Schutzmaßnahmen, DORA als regulatorischer Rahmen. Gut aufbereitet. Es wird sich zeigen, welche Quereffekte sich durch die AI Agents mit den Quantenrechnern ergeben.

Dezentrale Bankenlandschaft und CEO-Thesen, Kapitel 13-14: Das Buch schließt mit zwölf Thesen für die CEO-Agenda 2030. Sie wirken wie eine destillierte Handlungsaufforderung an Entscheider in den Chefetagen von Banken. Wer wie Quelle oder Grundig auf vertraute Modelle verharrt, riskiert die Irrelevanz. Wer die richtigen Technologien versteht, Kunden in den Mittelpunkt stellt und seine Mitarbeitenden transformiert, hat eine Zukunft!

Mann liest Buch

‚Banking 2030 – Die digitale Revolution‘ ab Juni 2026 im Handel

Banking 2030 – was uns überzeugt

Singhs Buch hat den Anspruch, Entscheidern zu helfen, richtige Fragen zu stellen. Nicht jedes Vorstandsmitglied muss Blockchain implementieren können. Aber die Führungsriegen müssen verstehen, warum es relevant ist und welche Fragen gestellt werden müssen. Das gelingt Singh über weite Strecken sehr gut! Besonders wertvoll sind die konkreten Beispiele und Zahlendaten: von der Buy-now-pay-later-Zinsfalle für junge Kunden bis zur Statistik über Payday Loans in den USA mit mehr Standorten als McDonald’s und Starbucks zusammen. Dr. Singh hat recherchiert und baut seine Argumentation auf belastbaren Quellen von Bitkom, Deloitte, Statista, EZB bis Bundesbank auf. Gut funktioniert auch die Vermittlung regulatorischer Rahmenbedingungen.

Was man kritisch anmerken kann

… nicht viel, um es gleich zu sagen. Das Buch ist breit, aber nicht überall gleich tief. Kapitel wie Quantencomputing oder CBDC wirken wie gewünschte Verbreiterung der technologischen Sichtweise. Diese Kapitel sind kompetent zusammengefasst, aber in teilen fehlt analytische Schärfe. Wer mehr als einen Einstieg sucht, wird hier auf externe Quellen angewiesen sein. Der Schreibstil? Überzeugt! Nicht alle Kapitel sind durchweg präzise und argumentativ stark. Es bleibt jedoch voll umfänglich Singhs Buch: Haltung, Kapitelstruktur und alle inhaltlichen Entscheidungen sind erkennbar die eines Menschen mit starker Bankpraxis. Zu guter Letzt: Wer bereits tief in Blockchain & Co. ist, wird hier nur wenige neue Erkenntnisse gewinnen. Aber dafür ist das Kompendium auch nicht gedacht.

Hybridbanker – abschließend

‚Banking 2030 – Die digitale Revolution‘ ist ein solides, sehr gut strukturiertes Orientierungswerk für eine Branche im Umbruch. Dr. Singh schreibt nicht von außen, sondern als einer, der die Bankenwelt kennt. Das Buch liefert, was es verspricht: einen perfekten breit angelegten Überflug. Wer danach in die Tiefe gehen will, weiß, wo er landen muss. Viel Freude beim Schmökern:

Banking 2030 – Die digitale Revolution ist ab Juni 2026 im Handel. Wer vorbestellen will bitte den Link vom Text verwenden, jeder bekommt mit Kaufbeleg und nach Erscheinen zusätzlich zum physischen Buch eine digitale Version zugesandt.

www.banking2030.com