Stablecoin. Der Begriff klingt doch klasse. Da gibt es inmitten des ganzen Krypto-Hypes und den Berg- und Talfahrten auch der relevantesten Player im Markt anscheinend Inseln der Ruhe und der Verlässlichkeit. ‚Stable‘ + ‚Coin‘ … zu deutsch ‚Stabile‘ + ‚Münze‘. Soweit, so gut, aber wie stabil sind Stablecoins eigentlich wirklich? Was sind die konkreten Stablisierungs-Mechanismen und wie verlässlich sind diese selbst? Fragen und Antworten – dekliniert beim und vom – Hybridbanker.

Können Stablecoins wirklich stabil bleiben? Und was sind überhaupt die Stabilisierungsmechanismen? Das ist durchaus eine gute Frage. Es kommt ganz auf den Typ des Stablecoins an. Lassen Sie uns doch mal die wichtigsten Stabilisierungsmechanismen und ihre Risiken erklären. Die drei Haupttypen von Stablecoins sind:

  • 01 | Fiat-besicherte Stablecoins – bspw. USDT, USDC
  • Für jeden im Umlauf befindlichen Token wird ein Dollar in Reserve gehalten, entweder in bar oder als liquide Äquivalente FF News. Stichwort Stabilisierung durch Arbitrage: Wenn der Marktpreis über 1:1 liegt, können Halter profitabel USD in Stablecoins beim Emittenten umwandeln und diese am Markt verkaufen. Liegt der Marktpreis unter 1:1, können Halter ihre Coins beim Emittenten einlösen und mit dem Erlös mehr Stablecoins am Markt kaufen. Einstufung der Stabilität Hoch. Voraussetzung: wenn die Reserven tatsächlich 1:1 vorhanden sind und transparent geprüft werden.

  • 02 | Krypto-besicherte Stablecoins bspw. DAI
  • Diese Stablecoins werden durch andere Kryptowährungen gedeckt, wobei die Reserven ‚on-chain‘ gehalten werden. Das erhäht die Transparenz, erfordert aber eine Überbesicherung. DAI beispielsweise verlangt mindestens 150 Prozent Überbesicherung. Wer also 10.000 DAI prägen möchte, muss ETH im Wert von 20.000 Dollar hinterlegen. Einstufung der StabilitätMittel. Krypto-Basierung ist anfällig für extreme Marktvolatilität, wie der ‚Black Swan Event‘ im März 2020 zeigte.

  • 03 | Algorithmische Stablecoins – bspw. das gescheiterte TerraUSD
  • Das Rebase-Modell passt das Gesamtangebot der Stable Coins basierend auf dem Marktpreis an. Hier wird allerdings das Angebot solange reduziert oder erhöht, bis die Bindung erreicht ist. TerraUSD verwendete ein Zwei-Token-System: Um 1 Dollar UST zu prägen, musste LUNA im Wert von 1 Dollar verbrannt werden, und umgekehrt. Als ‚fatales Problem‘ könnte man adressieren, dass der Rebase-Mechanismus die Bindung nicht halten kann, wenn Marktteilnehmer glauben, dass der Wert des Stablecoins fallen wird. In diesem Fall hat jeder Halter einen Anreiz zu verkaufen, bevor andere verkaufen. Das kann einen Run als sich selbst erfüllende Prophezeiung erzeugen und auch mal den Preis gegen Null treiben.

Stablecoin - was ist dran an dem Begriff?

Stablecoin – was ist dran an dem Begriff?

Das TerraUSD-Desaster: Ein Warnsignal

Ein anschauliches Beispiel zum Thema Stabilität von Stable Coins ist der spektakuläre Zusammenbruch von TerraUSD im Mai 2022. Die Dynamik zeigt die Grenzen algorithmischer Stablecoins. Was war geschehen? Die Coins ‚LUNA‘ und ‚UST‘ fielen vom 5. bis 13. Mai 2022 von 87 Dollar bzw. 1 Dollar auf unter 0,00005 Dollar bzw. 0,2 Dollar. Am 7. Mai tauschte dann ein unbekannter Nutzer 85 Millionen Dollar UST gegen USDC auf Curve Finance, was ausreichte, um die Stabilitätsmechanismen zu überfordern. Als die Marktkapitalisierung von LUNA unter die von UST fiel, reichte der Wert von LUNA nicht mehr aus, um alle im Umlauf befindlichen UST einzulösen. Der ‚Stablecoin‘ war plötzlich nicht mehr stabil.

Wie stabil sind Stablecoins wirklich?

Grundsätzlich gilt zum Stand November 2025: Fiat-besicherte Stablecoins wie USDT oder USDC sind am stabilsten. Natürlich nur auf Basis einiger … folgender Prämissen:

  • Die Reserven sind vollständig vorhanden
  • Die Transparenz ist gewährleistet
  • Der Emittent ist vertrauenswürdig
Stablecoins - wie stable sind sie?

Stablecoins – wie ’stable‘ sind sie?

Und sonst?

Krypto-besicherte Stablecoins können bei extremer Marktvolatilität ins Wanken geraten, bieten aber mehr Dezentralisierung. Algorithmische Stablecoins sind fundamental anfällig für Bank Runs und haben sich als hochriskant erwiesen- Der TerraUSD-Kollaps mit 42 Milliarden Dollar Verlust ist ein klarer Beweis dafür. Grundsätzlich kann gesagt werden: Stablecoin-Preise sind stabiler in einem engeren Handelsband und weniger sensitiv gegenüber Änderungen der fundamentalen Nachfrage, wenn ein effektiver Peg-Stabilisierungsmechanismus vorhanden ist. Die entscheidenden Fragen bleiben in allen Krypto-Kontexten: Vertrauen Sie dem Mechanismus? Und vor allem: vertrauen Sie den Menschen oder Algorithmen dahinter?