Lassen wir uns für einen kurzen Moment auf die aktuelle Situation ein, setzen wir uns die Brille der angemessenen Vernunft auf und überlegen wir, wie die Digitale Transformation unsere persönlichen und die Prozesse unseres Arbeitgebers verändert!

Jeder spürt es im alltäglichen Leben und jeder hat auch ein Beispiel für konkrete Veränderungen parat. Das kann die gesteigerte Nutzung der digitalen Bezahlmöglichkeiten sein, oder dass ich noch nie so häufig mein Home-Office genutzt habe wie gerade jetzt. Nur diese Feststellung allein bedeutet eine Verhaltensänderung die – vor allem in dieser Geschwindigkeit – bis vor kurzem oder sagen wir vor COVID-19, so gar nicht denkbar war.

Und schauen wir über den großen Teich zu dem von mir sehr geschätzten und führenden digitalen Futuristen der USA – Mike Walsh. Die Frage die ich mir dabei stelle: Sind wir in Deutschland oder in Europa in der Lage schnell neue digitale Prozesse oder agile Denkweisen/Methoden einzuführen ?

Im folgenden kommentiere ich Ausschnitte aus dem Artikel von Mike Walsh „Were do we go from here?“ – die Übersetzung nehme ich mit eigenen Anpassung mit www.deepl.com vor:

In den letzten Monaten hatten die Staats- und Regierungschefs Gelegenheit, auf die Auswirkungen von COVID-19 zu reagieren. Pläne für kontaktlose Dienste, Prozessautomatisierung, Remote-Arbeit, Cloud-Infrastruktur und Virtualisierung wurden beschleunigt und umgesetzt. Während viele Unternehmen geschlossen wurden und Millionen ihre Arbeitsplätze verloren – viele weitere haben sich verändert und überlebt. Aber jetzt befinden wir uns an einem prekären Punkt. Diese kurze Atempause vom Chaos – eine „neue Normalität“ – zu nennen, bedeutet, die unvermeidliche Niederlage einzuleiten.

Die einzige Frage, auf die es jetzt ankommt, ist: Wie geht es jetzt weiter? Ohne einen neuen Plan für die Zukunft könnten wir entdecken, dass die wirkliche Krise noch bevorsteht.

Quelle: Mike Walsh Where do we go from here ?

In Fakten kann man die Wirschtaftskrise bereits am Bruttoinlandsprodukt ablesen. Hier eine aktuelle Statistik dazu:

Infografik: Deutsche Wirtschaft bricht im 2. Quartal ein | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die Konsequenzen dieses wirtschaflichen Tsunamis sind noch nicht abschätzbar. Eine der wesentlichen Fragen wird sein, wie die Pandemie sich dauerhaft auf das Verhalten und die Arbeitsprozesse in der Wirtschaft auswirken wird. Hier ein weiterer interessanter Teil des Artikel von Mike Walsh:

Magisches Denken ist gefährlich, besonders jetzt. Es ist in Mode gekommen, sich auf die positiven Aspekte von Pandemien zu konzentrieren. Viele (mich eingeschlossen) haben argumentiert, dass es nach der Spanischen Grippe von 1918 wissenschaftliche und soziale Reformen gab, einschließlich des Aufstiegs der Epidemiologie, des öffentlichen Gesundheitswesens und des allgemeinen Wahlrechts. In ähnlicher Weise gab es nach dem Schwarzen Tod die italienische Renaissance und einen Zusammenbruch des Feudalsystems. Einige führen den Aufstieg von E-Commerce-Giganten wie Alibaba und JD.com auch auf die Bedingungen zurück, die durch den SARS-Ausbruch im Jahr 2003 geschaffen wurden, und das exponentielle Wachstum von Starbucks und American Express auf die Möglichkeiten, die sich durch den Finanzcrash 2008 eröffneten. Das wäre alles eine hübsche Theorie, bis auf ein Problem. Krisen sind in der Regel notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen für einen radikalen Wandel. Bevor wir naiv auf eine zweite Renaissance, ein universelles Grundeinkommen oder den dauerhaften Tod des Amtswesens hoffen, lohnt es sich, über die Kausalität nachzudenken.

Was genau hat sich in den Jahren 1353, 1918, 2003 und 2008 geändert – was hat die Voraussetzungen für eine radikale Transformation geschaffen?

Wie stark ist der Zusammenhang zwischen Pandemien und wirtschaftlichem Zusammenbruch mit dem nachfolgenden Wandel, Wachstum und Innovation?

Treibt eine Krise selbst die Kreativität an oder offenbart sie nur gute Ideen durch den düsteren Prozess des Auslöschens von Alternativen?

Quelle: Mike Walsh Where do we go from here ?

Bereits jetzt müssen wir uns vom kleinen Alleinunternehmer bis zum Industriekonzern die Frage stellen:

Wie muss ich mein Unternehmen digital UND analog ausrichten, damit ich die neue Situation adaptiere und die richtigen Folgeentscheidungen treffe.

Denn nach der Evolutionstheorie werden nicht die Stärksten überleben, sondern die, die sich durch Veränderung am besten und am schnellsten an die veränderte Umwelt angepasst haben. Genau das aber ist die große Chance für intelligente Unternehmen und Mitarbeiter.

Wirtschaftskrise 2009 ein Interview mit Charles Darwin im FAZ Blog von Fabian Scholz

Nun lesen wir noch einmal, was der Futurist Mike Walsh über die Situation denkt.

Wir haben in diesem Jahr bereits eine Menge gelernt.

Wir haben entdeckt, dass Automatisierung unerlässlich ist, wenn man Fabriken am Laufen halten und wesentliche Dienstleistungen erbringen will, dass die menschliche Zivilisation ohne belastbare, anpassungsfähige Lieferketten unmöglich ist.

Wir haben gelernt, dass wir von überall aus arbeiten können und dass viele der Hindernisse, die der Abschaffung papiergestützter Genehmigungen, veralteter Arbeitsabläufe und veralteter Systeme entgegenstehen, überwunden werden können, wenn es dafür einen guten Grund gibt.

Aber haben wir genug gelernt, um uns auf lange Sicht neu zu erfinden?

Hier sind drei Fragen, die Sie sich jetzt stellen sollten:

1. Wie können wir uns engagieren?
Wie sieht Ihr neuer Plan zur Einbindung Ihrer Kunden und zur Beschleunigung des Wachstums aus? Digital allein reicht nicht aus. Wenn Sie Ihre Vertriebs- und Servicekanäle nicht bereits virtualisiert haben, sind Sie wahrscheinlich nicht mehr da. Was ist die nächste große Idee nach der kontaktlosen Lieferung? Wie werden Sie KI und Algorithmen integrieren, um persönlichere, natürlichere Erlebnisse zu schaffen? Haben Sie mit der Verarbeitung natürlicher Sprache experimentiert? Da KI und 5G neuartige Geräte antreiben und Apple kurz vor der Veröffentlichung seiner AR-Brillen steht, haben Sie einen Plan für XR?

2. Wie arbeiten wir?
Die Arbeit aus der Ferne war nur der Anfang einer viel größeren Veränderung. Wie arbeiten wir in der Welt nach der Pandemie zusammen? Welche Art von Betriebsmodell sollten wir annehmen? Können Sie eine leichtere Anlagenstruktur wählen? Wie baut man Organisationen auf, die widerstandsfähig, agil und verteilt sind? Wenn Kultur Ihr Betriebssystem ist, wie refaktorisieren Sie es, damit es in dieser neuen Umgebung funktioniert?

3. Wie sollten wir führen?
Was bedeutet es, in diesem neuen, unberechenbaren Zeitalter führend zu sein? Wie kann man Menschen überhaupt führen, wenn niemand physisch anwesend ist? Was sind die neuen Denkweisen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die wir in einer Welt intelligenter Maschinen brauchen? Ist das Maß eines großen Unternehmens-Chefs jetzt anders als 2019?
Es gibt keine einfachen Antworten auf diese Fragen, und das ist in gewisser Weise auch der Punkt. Ein echter Plan für die Zukunft ist mehr als ein Weg zur Erholung – er ist eine Einladung, neu zu denken, neu zu erfinden und neu zu gestalten.

Quelle: Mike Walsh Where do we go from here ?

Die zusammenfassenden Fragen von Mike Walsh kann ich umfassend unterstützen. Ob wir in Deutschland oder in Europa die richtigen Antworten auf diese Fragen haben, wird sich sehr schnell zeigen. Auch ob China den Markt dominieren kann, wird sich zeigen.

Noch nie in meiner beruflichen Karriere habe ich soviele Chancen wie auch Risiken zeitgleich gesehen – ich wünsche Dir/Ihnen eine glückliche Hand bei den notwendingen und schnell zu treffenden Entscheidungen. Denn „ein auf die lange Bank schieben“, das funktioniert definitiv nicht.

Ich freue mich sehr über Kommentare und ein Weiterteilen dieses Artikels.

Euer Hybridbanker

Hier noch das Video von Mike Walsh:

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